Stellungnahme des BUND zur Umweltverträglichkeitsstudie zur Waldumwandlung "Wohngebiet Bergstadt III"

Stellungnahme des BUND zur Umwandlung von Körperschaftswald in eine andere Nutzungsart

Zu Seite 3 der UVS vom Oktober 2012:

Zur Aussage, es fehle an Alternativen, kommt man schnell, wenn man andere, ebenfalls bewaldete Standorte untersucht und die unzureichenden bestehenden Gesetze  anwendet. Die Vereinbarung „Flächensparen in Baden-Württemberg“ zwischen der Landesregierung, den kommunalen Verbänden und den Umweltorganisationen   zeigt keinerlei Auswirkungen in der Praxis.

Das Vorhaben Bergstadt III ist aus unserer Sicht nicht zukunftsweisend. Der Bedeutung des Waldes mit all seinen, besonders für den Menschen, lebenswichtigen Funktionen wird die Umwandlung nicht gerecht.  So sinnvoll und erfreulich die vorgesehenen Ersatzmaßnahmen auch sind, wird es doch Generationen dauern, bis sie den Verlust für den Naturhaushalt annähernd ersetzen können.

Im Übrigen sind mit dem Waldverlust  finanzielle Mindereinnahmen verbunden, die künftigen Generationen fehlen.

Zu 4.4.2 Faunaerfassung

Die vorliegende UVS kommt zu dem Ergebnis, dass der Eingriff eine untergeordnete Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz hat.

Diese Aussagen stützen sich auf die vom „Büro für ökologische Landschaftsplanung“ aus Gottmadingen- Randegg vorgelegte Studie (Bericht vom März 2012).

Bei dieser Studie handelt es sich um eine „Naturschutzfachliche Überprüfung“. Das Arteninventar wurde nur begrenzt untersucht, so fehlt u.a. die Gruppe der Insekten gänzlich oder es liegen nur Teilerfassungen vor. Bei dem Amphibienvorkommen fehlt z.B. der Feuersalamander. Die Studie trägt dieser Lückenhaftigkeit Rechnung, indem  auf Seite 15 unter 4.9 „Bestandsbewertung“ ausgeführt wird, dass diese auf der Grundlage der „verfügbaren“ Daten und Unterlagen erfolgte. Wir behalten uns deshalb vor, zusätzliche Angaben, die die artenschutzrechtliche Situation betreffen, im Rahmen der Umweltprüfung zur Folgenutzung ins Bebauungsplanverfahren einzubringen.

Was die Minimierungsabsichten während der Rodung anbelangt, bitten wir um eine Aussage, wie diese überprüft werden sollen. Außerdem bitten wir beim Fällen und Aufarbeiten der Bäume zu berücksichtigen, dass je nach Wettersituation bereits Ende Februar die Amphibienwanderung einsetzen kann.  

 

Zu 6.2.1.2 : Ersatzaufforstung Wutachmündung

Wir begrüßen prinzipiell die Erweiterung der bestehenden Auwaldrandstreifen an Rhein und Wutach, haben aber dazu folgende Einwendungen bzw. Anregungen.

1. Nach unserer Auffassung sind die vorgesehenen aktiven Aufforstungsmaßnahmen (Hartholzaue) überhaupt nicht notwendig. Alle Ersatzflächen können einer natürlichen Sukzession überlassen werden.

Die beabsichtigten Maßnahmen: Anpflanzung einer Hartholzaue, Kultursicherung (gemeint ist wohl ein Biberschutz), Jungbestandspflege, Holzernte sind störende Biotopeingriffe. Ein Teil der Flächen ist bzw. grenzt an FFH oder bestehendes Naturschutzgebiet. Menschliche Aktivitäten sind auf ein Mindestmaß zu begrenzen (z.B. Springkrautaktionen und Biberschutz). Die beabsichtigten „Eingriffe“ binden außerdem in erheblichem Maß finanzielle Mittel aus der Naturschutzverwaltung, die man an anderer Stelle sinnvoll einsetzen könnte.

 

Für den BUND, Hans Jürgen Bannasch

Buckmattstr. 11

79761 Waldshut-Tiengen     25.01.13



Jahresbericht 2014

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