Bestandsaufnahme -  welche Vögel gibt es hier?

Nisthilfen und Nahrung

Die Streuobstwiese bzw. der Obstgarten ist einer der artenreichsten Lebensräume. Das Gemeinsame der 4 Zielarten des Projektes (Wiedehopf, Wendehals, Gartenrotschwanz und Steinkauz) ist ihre Abhängigkeit von diesem Biotoptyp. Hier finden sie normalerweise Nisthöhlen und ausreichend Nahrung zum Aufziehen der Brut.

Normalerweise - das war vor vielen Jahren, denn Streuobstwiesen sind bis heute nicht geschützt. Die Veränderungen in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten, der Siedlungs- und Straßenbau haben in erheblichem Maße in den vorhandenen Bestand eingegriffen. Hinzu kommt, dass viele Flächen, die dieser Entwicklung nicht zum Opfer gefallen sind, sich selbst überlassen wurden, weil sie wirtschaftlich bedeutungslos waren.

Der NABU hat in der Umgebung von Waldshut festgestellt, dass Gartenrotschwanz und Wendehals nur  noch sehr selten als Brutvogel vorkommen, der Wiedehopf nur noch auf dem Durchzug beobachtet wird und der Steinkauz seit Jahren in unserer Region  total verschwunden ist.

Diese Situation war Anlass, die Attraktivität der von der BUND-Ortsgruppe bewirtschafteten Biotopflächen zu verbessern. Es wurden zu den bereits vorhandenen zusätzlich artspezifische, mardersichere Nistkästen für Wiedehopf, Steinkauz und Gartenrotschwanz angebracht. Viele der alten Obstbaumhochstämme haben einen Verjüngungsschnitt erhalten, mit Ergänzungs-  und Neupflanzungen wurden die Streuobstbestände(ca. 4 ha) aufgewertet und erweitert.

Diese Maßnahmen helfen außerdem den heute noch regelmäßiger vorkommenden Höhlenbrütern.

Für eine erfolgreiche Aufzucht der Brut ist das Nahrungsangebot mit entscheidend. Die Unternutzung der Hochstämme spielt hier eine wichtige Rolle. Wer seine Nahrung am Boden sucht (Wiedehopf und Steinkauz), der kann kein hohes Gras gebrauchen. Extensive Beweidung wäre vorteilhaft. Insektenfressende Arten (Wendehals und Gartenrotschwanz) finden ihre Nahrung am ehesten auf artenreichen Blumenwiesen.

Die von der BUND-Ortsgruppe betreuten Flächen sind fast ausnahmslos artenreiche Blumenwiesen, die zur Schonung der Lebewesen mit dem Messerbalken gemäht werden.

Für die Vielfalt des Nahrungsangebotes sind Kleinstrukturen, wie z.B. Hecken, Gewässerrandstreifen, feuchte Gräben, Holzstapel und Ähnliches wichtig.

Aus diesem Grund haben wir viele verschiedene Sträucher gepflanzt und eine Infotafel an einer von uns angelegten „Demonstrationshecke“ aufgestellt. Auf ihr sind Sträucher abgebildet, die auf dem anstehenden  Kalkboden gut gedeihen und deren Blätter und Früchte von einheimischen Tieren gefressen werden.

In den Bebauungsplänen der Gemeinden wird fast immer zur Anpflanzung einheimischer Sträucher aufgefordert, aber Thuja, Kirschlorbeer oder Forsythien sind nur allzu oft das Ergebnis.

Unser Projekt haben wir 2009 gestartet, 2012 läuft es offiziell aus. Die Lebensbedingungen für die Zielarten konnten  wir, bei Betrachtung des gesamten Projektgebietes, punktuell gezielt verbessern. Erfolge in Bezug auf eine Stabilisierung von Restvorkommen oder Wiederansiedlung verschwundener Arten kann man  in so kurzer Zeit nicht erwarten. Aus diesem Grund werden wir das Projekt auch nach Ablauf der Projektzeit weiterführen.


Infotafel „Heckenpflanzen auf Kalkboden“ am Obstbaumpfad bei Gaiß



Neue Schilder am Judenäule

BUND Ortsgruppe renoviert Infoschilder am Judenäule

Ihre Spende hilft.

Suche