Das Judenäule, die vergessene Rheininsel.

Früher gab es zwischen Waldshut und Koblenz zwei Rheininseln. Eine davon, das Mühlegrien auf Schweizer Seite, ist von der Brücke am Zoll gut zu erkennen. An die andere auf deutscher Seite erinnerten nur noch alte Landkarten. Sie war im  Laufe der Zeit fast völlig verlandet, ihr Name war Judeninsel oder Judenäule.

Mehr zur Geschichte, warum heisst die Insel Judenäule?

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts siedelten zum erstmals jüdische Familien im aargauischen Surbtal. Sie hatten dort zwar Wohn- und Handelsrechte, es blieb ihnen allerdings verwehrt, einen Friedhof anzulegen. Die Stadt Waldshut verpachtete ihnen deshalb die damals „Äwlin“(etwa kleine Au) genannte Insel.

Der Rhein war zu jener Zeit ein wilder Fluss, der bei Hochwasser immer wieder Teile der Insel losriss. Aus diesem Grund und weil die Bootsüberfahrt(Gasthaus Fährhaus erinnert daran)mit den Leichen für die Juden aus Lengnau und Endingen unzumutbar war, wurde ihnen zwischen den beiden Dörfern ein heute noch bestehender eigener Friedhof vom Landvogt zu Baden bewilligt. Die Insel wurde 1813 von den Juden gekauft.

Angeregt durch Frau Dr.h.c. Florence Guggenheim-Grünberg übernahm es der Verein für die Erhaltung der Synagogen und des Friedhofs Endingen-Lengnau im Dezember 1954, die noch aufgefundenen sterblichen Überreste und die Grabsteine dorthin zu überführen, wo sie heute noch an der Friedhofsmauer stehen.

Neuer Lebensraum

Durch die Renaturierung ist ein neuer Lebensraum entstanden, der vor allem der Fortpflanzung und Aufzucht von Fischen dient. Von der Besucherplattform aus kann man dem Eisvogel beim Fischen zusehen oder bei Anbruch der Dämmerung den Biber beobachten.

  

Besucherplattform Judenäule

 

Blick von der Ausleitung (wird vom Weg, der zur Insel führt überquert) in den neu gestalteter Altrhein Im Hintergrund der alte Lonzakamin.

 

 



Neue Schilder am Judenäule

BUND Ortsgruppe renoviert Infoschilder am Judenäule

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