Sprinkrautbekämpfung an der Wutachmündung

Um die Unterdrückung der einheimischen Vegetation durch Neophyten zu verhindern bis sich ein natürlicher Auwald im jungen Naturschutzgebiet Wutachmündung entwickelt hat, bekämpft die BUND-Ortsgruppe Waldshut-Tiengen zusammen mit vielen Helfern seit 2008 das Indische Springkraut.

Das als Überflutungsgebiet und Hochwasserstand-Ausgleichsgelände gestaltete Naturschutzgebiet mit vielen Buchten, Tümpeln, seichten Sümpfen, Flachwasserzonen sowie Trockengebieten ist ein Lebensraum für viele Arten: Es wird erwartet, das hier in Zukunft viele Arten wie z.B. Regenpfeifer, Eisvögel, Reiher, Schwäne, Gänsesäger und andere Wasservögel brüten werden. Die Flachwassertümpel sind voller Nachwuchs von Amphibien. Von den sonnenbeschienenen Steinen der höher gelegenen Regionen flüchten Eidechsen in ihre Verstecke. Gelbe stattliche Königskerzen und der dunkelrotlila blühende Blutweiderich und viele andere Arten sind zu sehen.

Das Drüsige Springkraut kann je nach Wachstumsbedingungen zwischen 15 cm und 3 m hoch sein. Die besten Bedingungen bestehen in ganzjährig feuchten, sonnigen Bereichen mit nährstoffreichem Boden. Das Springkraut kann von Anfang April bis Mitte September auskeimen - je nach Temperatur-, Licht- und Feuchtigkeitsverhältnissen. Unabhängig vom Zeitpunkt des Keimens blüht es von Anfang Juli bis Oktober. Bestäuber sind vor allem Hummeln, aber auch Bienen. Ab Mitte Juli bis zu dem ersten Frost werden von den explosionsartig aufspringenden Kapseln jeweils 2 bis 10 Samen gleichzeitig bis zu 6 Meter weit in die Umgebung geschleudert. Ausgelöst wird dieser Vorgang, wenn die reife Kapsel trocknet, durch Berührung oder Erschütterung der Pflanze, z.B. durch Wind oder Tiere.

Die Samen sind schwimmfähig, anfangs klebrig und bleiben Jahre keimfähig. Eine kleinere Pflanze kann leicht mehr als 600 Samen abgeben. Große Pflanzen (3m hoch) haben weit über 1000 Samenkörner, die im Umkreis von über 10m verteilt werden. Darüber hinaus werden die Samen von Fließgewässern schwimmend, von Vögeln im Gefieder klebend (Wasservögel, aber auch z.B. Kleiber), von Bibern, Rehen, Füchsen und anderen Säugern im Fell über große Strecken transportiert. So gelangen die Pflanzen an weit entfernte Orte, wo sie oft nach langen Ruhezeiten im Schlamm oder trockenen Laub bei günstigen Bedingungen keimen können.

Die Stengel des Drüsigen Springkrauts bestehen ähnlich wie Bambus aus durch "Knoten" getrennten Abschnitten, in deren Hohlraum Wasser gespeichert werden kann. An jedem Knoten kann die Pflanze neue Wurzeln treiben, neue Sprossen (Stengel mit Blüten und Blättern) ausbilden und die Wachstumsrichtung ändern. Dadurch kann sie nahezu unter allen Umständen (außer Frost) wachsen, blühen und Samen entwickeln.

Durch das sehr schnelle Wachstum, die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit sowie die enorme Vermehrungsrate kann das Drüsige Springkraut in wenigen Jahren große Flächen, besonders an Gewässerrändern und in Feuchtgebieten, so dicht besiedeln, dass einheimische Arten wie europäisches Springkraut, Mädesüß, Schilf, Brennessel, Baldrian u.v.m. stark zurückgedrängt oder ganz verdrängt werden.

Manche Stellen erreicht man nur mit Hilfe eines Bootes.


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